Überspannungsschutz Energietechnik

Normen Überspannungsschutz

Überspannungsschutznormen DIN EN

Bei der Errichtung von Überspannungsschutz müssen Sie unterschiedliche Normen berücksichtigen. Hier finden Sie die wichtigsten Vorschriften.

Norm

Inhalt

 

DIN VDE 0100-410 (IEC 60364-4-41)

Errichten von Niederspannungsanlagen Teil 4-41: Schutzmaßnahmen – Schutz gegen elektrischen Schlag

DIN VDE 0100-540 (IEC 60364-5-54)

Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 5-54: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel, Erdungsanlagen, Schutzleiter und Schutzpotentialausgleichsleiter

DIN VDE 0100-443 (IEC 60364-4-44)

Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 4-44: Schutzmaßnahmen – Schutz bei Störspannungen und elektromagnetischen Störgrößen – Abschnitt 443: Schutz bei Überspannungen infolge atmosphärischer Einflüsse oder von Schaltvorgängen.

DIN VDE 0100-534 (IEC 60364-5-53)

Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 5-53: Auswahl und Errichten elektrischer Betriebsmittel – Trennen, Schalten und Steuern – Abschnitt 534: Überspannungsschutzeinrichtungen (ÜSE)

DIN EN 61643-11 (IEC 61643-1)

Überspannungsschutzgeräte für Niederspannung – Teil 11: Überspannungs-Schutzgeräte für den Einsatz in Niederspannungsanlagen; Anforderungen und Prüfungen

Installationshinweise

Installationshinweis TBS: Länge der Zuleitung

Länge der Zuleitung, 1 = Hauptpotentialausgleichsschiene oder -klemme oder Schutzleiterschiene

Installationshinweis TBS: V-Verdrahtung

V-Verdrahtung, 1 = Schutzleiterschiene, 2 = Hauptpotentialausgleichsschiene oder -klemme

Installationshinweis TBS Übersicht

1= Netzversorgung, 2 = Leitungslänge, 3 = Verbraucher, 4 = Ansprechspannung 2 kV, z. B. MC 50-B VDE 5 = Ansprechspannung 1,4 kV, z. B. V20 C

Mindestquerschnitte für den Blitzschutz-Potentialausgleich

Für den Blitzschutz-Potentialausgleich sind folgende Mindestquerschnitte zu beachten: Für Kupfer gilt ein Leitungsquerschnitt von 16 mm2, für Aluminium 25 mm2 und für Eisen 50 mm2.

Am Blitzschutzzonen-Übergang von LPZ 0 nach LPZ 1 müssen alle metallenen Installationen in den Potentialausgleich mit einbezogen werden. Aktive Leitungen müssen über geeignete Ableiter geerdet werden.

Anschlusslänge V-Verdrahtung

Die Anschlussleitung zum Schutzgerät ist für einen optimalen Schutzpegel sehr entscheidend. Laut IEC-Installationsrichtlinie müssen die Länge der Stichleitung zum Ableiter und die Länge der Leitung vom Schutzgerät zum Potentialausgleich jeweils weniger als 0,5 m betragen. Sind die Leitungen länger als 0,5 m, muss eine V-Verdrahtung gewählt werden.

Entkopplung

Blitzstrom- und Überspannungsableiter übernehmen verschiedene Aufgaben. Diese Ableiter müssen koordiniert eingesetzt werden. Diese Koordination wird durch die vorhandene Leitungslänge oder spezielle Blitzstromableiter (MCD-Reihe) gewährleistet. So können z. B. im Protection-Set die Ableiter Typ 1 und Typ 2 (Klassen B und C) direkt nebeneinander eingesetzt werden.

Beispiel Leitungslänge > 5 m

  • keine zusätzliche Entkopplung erforderlich

Beispiel Leitungslänge

  • Entkopplung einsetzen: MC 50-B VDE + LC 63 + V20-C
  • Alternativ: MCD 50-B + V20-C, keine zusätzliche Entkopplung erforderlich (z. B. Protection-Set)

4-Leiter-Netze, TN-C-Netzsystem

Übersicht: 4-Leiter-Netze, TN-C-Netzsystem

1 = Hauptverteilung, 2 = Leitungslänge, 3 = Stromkreisverteiler z. B. Unterverteilung, 4 = Netzfeinschutz, 5 = Haupt-PAS, 6 = lokale PAS, 7 = Typ 1, 8 = Typ 2, 9 = Typ 3

Im TN-C-S-Netzsystem wird die elektrische Anlage durch die drei Außenleiter (L1, L2, L3) und den kombinierten PEN-Leiter versorgt. Der Einsatz wird in der DIN VDE 0100-534 (DIN EN 61643-11) beschrieben.

Blitzstromableiter Typ 1

Blitzstromableiter vom Typ 1 werden 3-polig (z. B. dreimal MC 50-B) eingesetzt. Der Anschluss erfolgt parallel zu den Außenleitern, die über die Ableiter an den PEN angeschlossen werden. Nach Abstimmung mit dem örtlichen Energieversorger und der VDN-Richtlinie ist auch der Einsatz vor der Hauptzählereinrichtung möglich.

Überspannungsableiter Typ 2

Überspannungsableiter vom Typ 2 werden in der Regel nach der Aufteilung des PEN-Leiters eingesetzt. Wenn die Aufteilung mehr als 0,5 m entfernt ist, handelt es sich ab hier um ein 5-Leiter-Netz. Die Ableiter werden in der 3+1-Schaltung (z. B. V20-C 3+NPE) eingesetzt. Bei der 3+1-Schaltung werden die Außenleiter (L1, L2, L3) über Ableiter an den Neutralleiter (N) angeschlossen. Der Neutralleiter (N) wird über eine Summenfunkenstrecke mit dem Schutzleiter (PE) verbunden. Die Ableiter müssen vor einem Fehlerstrom-Schutz (RCD) eingesetzt werden, da dieser sonst den abgeleiteten Stoßstrom als Fehlerstrom interpretiert und den Stromkreis unterbricht.

Überspannungsableiter Typ 3

Überspannungsableiter vom Typ 3 werden zum Schutz gegen Schaltüberspannungen in den Endgerätestromkreisen eingesetzt. Diese Querüberspannungen treten hauptsächlich zwischen L und N auf. Durch eine Y-Schaltung werden der L- und N-Leiter über Varistoren geschützt und die Verbindungen zum PE-Leiter mit einer Summenfunkenstrecke hergestellt (z. B. KNS-D). Mit dieser Schutzschaltung zwischen L und N wird bei Querüberspannungen kein Stoßstrom gegen PE geleitet, der RCD interpretiert somit auch keinen Fehlerstrom. Die entsprechenden technischen Daten finden Sie in den Produktseiten.

5-Leiter-Netze, TN-S- und TT-Netzsystem

Übersicht: 5-Leiter-Netze, TN-S und TT-Netzsystem

1 = Hauptverteilung, 2 = Leitungslänge, 3 = Stromkreisverteiler z. B. Unterverteilung, 4 = Netzfeinschutz, 5 = Haupt-PAS, 6 = lokale PAS, 7 = Typ 1, 8 = Typ 2, 9 = Typ 3

Im TN-S-Netzsystem wird die elektrische Anlage durch die drei Außenleiter (L1, L2, L3), den Neutralleiter (N) und den Erdleiter (PE) versorgt. Im TT-Netz dagegen wird die elektrische Anlage durch die drei Außenleiter (L1, L2, L3), den Neutralleiter (N) und den lokalen Erdleiter (PE) versorgt. Der Einsatz wird in der DIN VDE 0100-534 (DIN EN 61643-11) beschrieben.

Blitzstromableiter Typ 1

Blitzstromableiter vom Typ 1 werden in der 3+1-Schaltung (z. B. dreimal MC 50-B und einmal MC 125-B NPE) eingesetzt. Bei der 3+1-Schaltung werden die Außenleiter (L1, L2, L3) über Ableiter an den Neutralleiter (N) angeschlossen. Der Neutralleiter (N) wird über eine Summenfunkenstrecke mit dem Schutzleiter (PE) verbunden. Nach Abstimmung mit dem örtlichen Energieversorger und der VDN-Richtlinie ist auch der Einsatz vor der Hauptzählereinrichtung möglich.

Überspannungsableiter Typ 2

Überspannungsableiter vom Typ 2 werden in der 3+1-Schaltung (z. B. V20-C 3+NPE) eingesetzt. Bei der 3+1-Schaltung werden die Außenleiter (L1, L2, L3) über Ableiter an den Neutralleiter (N) angeschlossen. Der Neutralleiter (N) wird über eine Summenfunkenstrecke mit dem Schutzleiter (PE) verbunden. Die Ableiter müssen vor einem Fehlerstrom-Schutz (RCD) eingesetzt werden, da dieser sonst den abgeleiteten Stoßstrom als Fehlerstrom interpretiert und den Stromkreis unterbricht.

Überspannungsableiter Typ 3

Überspannungsableiter vom Typ 3 werden zum Schutz gegen Schaltüberspannungen in den Endgerätestromkreisen eingesetzt. Diese Querüberspannungen treten hauptsächlich zwischen L und N auf. Durch eine Y-Schaltung werden der L- und N-Leiter über Varistoren geschützt und die Verbindung zum PE-Leiter mit einer Summenfunkenstrecke hergestellt (z. B. KNS-D). Mit dieser Schutzschaltung zwischen L und N wird bei Querüberspannungen kein Stoßstrom gegen PE geleitet, der RCD interpretiert somit auch keinen Fehlerstrom. Die entsprechenden technischen Daten finden Sie in den Produktseiten.